Arbeitskultur

Der Wert der Arbeit

"Wow, da hast du ja richtig viel Arbeit reingesteckt!"
"Oh schön, du hast dir so viel Mühe gemacht!"

Kennen wir nicht alle solche Aussagen? -
Doch überlegen wir dabei auch, was sie bedeuten?

Woran messen wir den Wert unserer Arbeit - bei uns selbst und bei anderen? Und was bedeutet unsere Arbeit in unserer Gesellschaft?
Noch vor nicht allzu langer Zeit gab es in vielen Gesellschaften die Ansicht, dass Handarbeit dasselbe war wie Armut. Zur Handarbeit waren diejenigen gezwungen, die ansonsten ihr Leben nicht ausrichten konnten. Sie waren teils unfrei oder abhängig von ihrem Auftraggeber, der täglichen Mühsal, von der ihnen nach den zu leistenden Abgaben meist fast nichts blieb. Durch Überlieferung in Geschichten sehen wir nur einzelne Schicksale, meist von den "Großen und Schönen", doch dieser Umstand hat viele Jahrhunderte lang einen Großteil der menschlichen Gesellschaft betroffen. Nur langsam wandelte sich das Bild und das Hand-Werk konnte in seinem Image neue Akzente setzen. Doch auch heute noch sehen wir Unterschiede in der Bewertung.

Mühevoll = wertvoll?

In Arbeit steckt immer Mühe - mal mehr, mal weniger, und nicht immer kommt uns diese Mühe oder der Aufwand, den wir einbringen, auch wie eine Last vor. Zum Glück können wir heute sagen, dass es immer mehr Ausbildungsmöglichkeiten und verschiedene Berufe und Jobs gibt, sodass es - von unserer Gesellschaft gesprochen - vielen möglich ist eine Arbeit zu finden, die sie mit Freude erfüllt und sich nicht als tägliche Last herausstellt.
Aber wann sind wir mit unserer Arbeit zufrieden? Wann bekommt die Arbeit, die wir getan und geleistet haben, das Prädikat "wertvoll"?

Wenn wir durchweg beschäftigt und "im Stress" waren?
Wenn wir herausragende Ergebnisse zeigen können?
Wenn das Produkt genau das ist, das den Vorstellungen entsprochen hat?
Wenn wir abends ganz müde sind oder uns der Schweiß herunterläuft und wir uns die Hände schmutzig gemacht haben?


Diese Fragen können nicht allgemein beantwortet werden - jedoch kann sie jeder für sich klären und versuchen, sein Leben und Arbeit und dessen Be-Wertung so auszurichten, dass sich ein Gefühl von Zufriedenheit einstellen kann. Denn -

"Arbeit um der Arbeit willen ist gegen die menschliche Natur."

(John Locke)